GrünGürtel-Tier Guido on Tour: Louisenpark Mannheim, Terrarienbörse

Ein Ausflug steht an! Ich war noch nie in Mannheim (bin ja auch noch ein junges GrünGürtel-Tier) und die Terrarienbörse somit ein wunderbarer Anlass um eine Runde über die Autobahn zu juckeln. Vielleicht treffe ich ja Bülent Ceylan…

Die Terrarienbörste fand in diesem Jahr – nach einem gescheiterten Ausflug 2011 in Ludwigshafen – wieder in Mannheim statt. Die von Ralf Heinrich seit 1995 organisierte Börse bietet Raum und Fläche für Ausstellung, Verkauf und Tausch von Reptilien, Wirbellose und Zubehör. Ziel war also die Festhalle „Baumhain“ im Louisenpark. Anbei einige Eindrücke:

Terrarienbörse Mannheim

Reges Treiben auf der Terrarienbörse

Chamäleon

Chamäleon zu verkaufen

Tausendfüßer

Gekauft! Tausendfüßer

Das ganze war gut besucht und recht überschaubar. Ich bin Fan von Tausendfüßern, diese scheinen jedoch eher „out“ zu sein. Der Fokus lag ganz klar auf Reptilien jeglicher Art. Ledigleich zwei Stände boten „Würmer“ an, die Auswahl war entsprechend klein. Drei neue Gesellen (Tonkinbolus dollfusiArchispirostreptus gigas und Mardonius parilis parilis) für mein Terrarium wurden dennoch gefunden. Welcome!

Der Eintritt von 7 € beinhaltete auch den uneingeschränkten Zugang zum Louisenpark. Die Börse war schnell und erfolgreich besucht, das Wetter wunderbar – also ab ins‘ Grüne. Ab sofort konnte ich eine positive Überraschung nach der anderen verbuchen (zugegeben: ich hatte keine Ahnung wer oder was der Louisenpark ist, der 1892 bis 1903 geplant und errichtet wurde. Von wem? Natürlich von den Gebrüdern Siesmayer aus Frankfurt).

Der Luisenpark ist die größte Parkanlage in Mannheim. Er liegt am linken Neckarufer, stadtnah im Bereich einer ehemaligen Neckarschlinge und gliedert sich heute in zwei Teile: Der Untere Luisenpark ist der älteste Teil, öffentlich zugänglich und gilt als Gartendenkmal. Der Obere Luisenpark wird privatwirtschaftlich genutzt.

Nur gucken - nicht füttern!

Nur gucken – nicht füttern!

Zwergotter

Vergnügte Zwergotter

Kapuzineräffchen

Kapuzineräffchen mit Baby

Ein besonderer Anziehungspunkt stellt seit 1996 das Schmetterlingsparadies dar. Hunderte freifliegende Schmetterlinge können hier in allen Entwicklungsstadien betrachtet werden. Die Unterwasserwelt hat 33 Süßwasser- und neun Salzwasseraquarien mit Süßwasserrochen, Piranhas, Zitteraal, Rotfeuerfischen oder Orangeringel-Anemonenfischen. Im Terrarium leben Schildkröten, Schlangen, Geckos und Leguane. Außerdem gibt es Volieren und ein Affengehege.

Schmetterlingshaus

Im Schmetterlingshaus

Der Kutzerweiher wurde bereits in den 1920er Jahren angelegt. Sein Name erinnert an den damaligen Oberbürgermeister Theodor Kutzer. Zur Bundesgartenschau wurde der See auf 36.300 Quadratmeter Fläche und eine 2.700 Meter lange Uferlinie vergrößert. Er erstreckt sich heute im Westen fast bis an den Unteren Luisenpark, zwei Seitenarme umschließen im Osten die Freizeitwiese. In den nordöstlichen Arm mündet ein künstlich angelegter Gebirgsbach. Drei Holzbrücken ermöglichen an Schmalstellen die Überquerung des Sees.

Kutzerweiher

Fette Karpfen im Kutzerweiher

Auf dem Kutzerweiher fahren Gondolettas, Boote mit Gleitkupplung an einem Unterwasserseil, einen 1.840 Meter langen Rundkurs. Zustiegsmöglichkeiten bestehen an zwei Anlegestellen beim Fernmeldeturm und beim Pflanzenschauhaus. Die 1.500 Quadratmeter große Vogelinsel beherbergt ein Freigehege mit Flamingos und Kormoranen.

Kutzerweiher mit Gondolettas

Der Kutzerweiher mit seinen Gondolettas, Fernmeldeturm im Hintergrund

Die Freizeitwiese an der Stelle der ursprünglichen Pferderennbahn hat eine Größe von 80.000 Quadratmetern. Für Kinder gibt es hier Spielgelegenheiten wie ein Rampenlabyrinth, eine Seilbahn und eine Trampolinanlage. Das Freizeithaus bietet Veranstaltungen für alle Altersgruppen. Darüber hinaus gibt es im Luisenpark sechs Spielplätze, darunter ein Burg- und ein Wasserspielplatz, eine Minicar- und eine Minigolfanlage.

Freizeitwiese

Das saftige grün der Freizeitwiese

Chinesischer Garten: der Garten der vielen Ansichten mit dem Chinesischen Teehaus wurde 2001 in Zusammenarbeit mit Mannheims chinesischer Partnerstadt Zhenjiang, der Klaus-Tschira-Stiftung und der Stadt Mannheim angelegt.

Chinesischer Garten I

Chinesischer Garten: ein kleines Stück China – mitten in Mannheim!

Der Tradition der Gartenkunst in China folgend plante der chinesische Garten- und Landschaftsarchitekt Li Zheng mit größtmöglicher Authentizität einen Chinesischen Garten nach dem Vorbild der Privatgärten in Südchina. Das Chinesische Teehaus gilt als das größte Teehaus in Europa.

Der Chinesische Garten II

Der Chinesische Garten II

Das Maskottchen des Luisenparks ist der Weißstorch. 1985 siedelte sich das erste Storchenpaar im Park an. Durch gezielte Förderung wuchs der Bestand auf 30 Storchenpaare an, die größte Storchenkolonie in einer deutschen Großstadt. Im Laufe der Zeit schlüpften mehr als 900 Störche.

Storch

Weißstorch | © Thomas Pusch

Mein persönliches Fazit: „Alles im grünen Bereich!“ – der Slogan des Louisenpark trifft es ziemlich gut. Ich würde Mannem, genauer einer von den schönsten Parkanlagen Europas glatt als Zweitwohnsitz anmelden, bzw. den heimischen GrünGürtel im worst-case den Rücken kehren 🙂

Ein Besuch lohnt auf jeden Fall, auch ich werde dieses Jahr zweifelsohne erneut einen Ausflug nach Mannheim starten.

Hier noch ein Bild von mir, werrer dehoam in Oberrad, mit meinem neuen Freund, bevor es für ihn „ab ins‘ Terrarium“ hieß:

Neuer Freund

Neuer Freund: Dasipus franconia meets Arschispirostreptus gigas

Weiterführende Links:

Alle Bilder, sofern nicht anderes angegeben, © Frankfurt-Oberrad.de

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